Literaturunterricht im Schulpraktikum

Literaturunterricht im Schulpraktikum

In der Literaturdidaktik wird bislang die Frage vernachlässigt, wie angehende Lehrkräfte eigentlich dazu befähigt werden können, normativ als wünschenswert erachtete und empirisch als wirksam herausgearbeitete Facetten guten (Literatur-)Unterrichts in ihr Unterrichtshandeln zu übernehmen. Die vorliegende Arbeit widmet sich diesem Desiderat, indem sie Unterrichtsvideographien von Lehramtsstudierenden des Faches Deutsch analysiert (N=37), die in ihrem fünfmonatigen Praxissemester (5./6. Semester) einen epischen Text im Unterricht verhandeln. Mittels kriteriengeleiteter Ratings wird zum einen herausgearbeitet, ob der Literaturunterricht von Studierenden auf der Sichtstrukturebene bestimmten Inszenierungsmustern folgt. Zum anderen wird auf der Ebene der Tiefenstrukturen untersucht, inwiefern es den Studierenden gelingt, einen kognitiv aktivierenden Unterricht zu gestalten. Die Operationalisierung kognitiver Aktivierung erfolgt dabei im Wesentlichen über Aufgabenstellungen und deren Implementation, d.h. deren Prozessierung in der Lehrer-Schüler-Interaktion (vgl. Winkler 2017). Sowohl die ermittelten Inszenierungsmuster als auch das Potenzial zu kognitiver Aktivierung sollen anschließend mit der beobachtbaren kognitiven Aktivität der Lernenden (ermittelt über verbale und non-verbale Indikatoren) in Beziehung gesetzt werden. Aus den Erkenntnissen der Studie werden schließlich Konsequenzen für die Professionalisierung angehender Literaturlehrpersonen gezogen.

Das Promotionsprojekt von Florian Hesse wird durch die Studienstiftung des deutschen Volkes gefördert und von Prof. Dr. Iris Winkler (Uni Jena) und Prof. Dr. Christoph Bräuer (Uni Göttingen) betreut.

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